Henri Kardinal de Lubac

Über Gott hinaus
Tragödie des atheistischen Humanismus


Übertragen von Eberhard Steinacker, durchgesehen und ergänzt von Hans Urs von Balthasar


1984, 397 Seiten, Leinen
Euro 25.50; SFr. 50.-

ISBN 978 3 89411 169 4


Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um eine erweiterte Neuauflage der klassischen Untersuchung de Lubacs über den neuzeitlichen Atheismus. Sie hat nichts an Aktualität eingebüßt, denn indem de Lubac den Quellen des Atheismus gerade in seiner Behauptung nachgeht, positiv über die Vorstellung Gottes hinausgelangt zu sein, zielt er auf eine Ideologie, die auch heute in Ost und West gleichermaßen weit verbreitet sei. Die Haupterscheinungsformen eines solchen Atheismus sieht de Lubac durch Comte, Feuerbach und Nietzsche repräsentiert. Daß Comte in der Ahnengalerie des modernen Atheismus an hervorragender Stelle erscheint, ist … nicht überraschend, ja er glaubt sogar, Comte sei durch den grassierenden Positivismus und die anthropologische Antimetaphysik der Gegenwart von den eben genannten Vertretern des modernen Atheismus im Augenblick am meisten präsent. Bei Feuerbach ist natürlich auch an Marx zu denken, der den Feuerbach’schen Atheismus auf seine Weise weitergedacht hat. Was Nietzsche angeht, so verdienen de Lubacs Überlegungen zur Frage: «Nietzsche als Mystiker» besondere Beachtung, die der Neuausgabe als Anhang beigegeben sind. – Neben den Protagonisten des modernen Atheismus kommen auch Kierkegaard und Dostojewski als dessen maßgebliche Antipoden zu Wort, wobei vor allem Dostojewskis dichterisch gestaltete christliche Antwort auf die Ansprüche und Anmaßungen eines atheistischen Humanismus umfassend gewürdigt wird.


Canisius, Pfingsten 1985, 29